Märchenstunde

Die Legende der Zlonimas

>>Vor Tausenden von Jahren, gab es einmal ein Volk, dass sich Zlonimas nannte. Sie lebten in einem Teil von Nesmerba, den heute kein Lebewesen mehr kennt. Sie waren sehr mächtig, denn sie waren weise und konnten jedes Lebewesen von Schmerz und Leid befreien. Sie waren immer schon sehr kinderreich gewesen und waren darüber sehr glücklich. Alle sahen sie sich total ähnlich, dass man sie nicht unterscheiden konnte, außer wenn es Kinder waren. Denn, egal ob Groß und Klein oder Jung und Alt, sie sahen alle gleich aus. Sie waren groß gewachsen und schlank. So wie wir, hatten sie Haare, doch es waren keine gewöhnlichen Haare. Unsere Haare werden erst in späten Jahren, wenn wir alt werden, grau oder weiß. Bei ihnen war das anders. Sie hatten von Anfang an, wenn sie geboren wurden, weiße Haare. Ihr ganzer Körper war bedeckt mit Falten, auch bei den jungen Zlonimas. Ihre schwarzen Augen waren immer voller Frohsinn. Man merkte dies immer an dem kurzen Aufleuchten ihrer Augen, wenn sie glücklich waren. So lebten sie dann tausende von Jahren. Aber seit abertausenden von Jahren wuchs weit unten im Süden ein Berg heran. Viele Menschen, die den Berg zu lange angesehen hatten, verfielen dem Wahnsinn und brachten sich selber um. Andere wiederum, versteckten sich Monatelang in irgendwelchen Nischen, sprachen kein Wort, aßen und tranken nichts mehr, und starben so den Hungertod. Die Verwandten der Toten nannten den Berg, „Berg des Grauens.“ Es waren aber nicht nur Menschen, die dem Wahnsinn verfielen, sondern auch andere Wesen. Drachen, Riesen, Steinminotauren, Zwerge, Feen, Elfen und viele mehr.
Überlebende, die dem Wahnsinn entgangen waren, haben berichtet, dass die Erde beben würde, bevor die Ungeheuer mit großen hässlichen Flügeln rausflogen und den Berg umkreisten. Dabei sangen sie ein furchterregendes Lied . Niemand kennt die Sprache der Ungeheuer und niemand wollte sie kennen. Doch wenn man einmal das Lied, das sie immer wieder singen, hört, bekommt man den Rest seines Lebens fürchterliche Albträume. Man hat sie gefragt, ob es vielleicht Drachen gewesen sind, aber alle haben sie verneint. Nicht mal die bösartigsten Drachen würden so schauerlich singen. Man fragte sie, wie sie aussehen, viele brachen aber in Tränen aus und bekamen sich nicht mehr ein. Andere erzählten, dass sie wie Menschen wären, nur abgrundtief hässlich und das sie eben Flügel hätten. Alles an ihnen wäre Pechschwarz, die Augen Blutrot, Schleimiggrün oder Schwefelgelb. Die Zähne lang spitz und faulend.
Die Trauernden baten den Anführer Nefrud, den Ältesten unter den Zlonimas, um Rat und Hilfe, doch konnte er ihnen keinen Rat und auch keine Hilfe geben. Es wurden Lager für die Trauernden hergerichtet. und Nefrud rief eine Ratssitzung zusammen. Zuerst beriet er sich mit den Älteren Zlonimas seines Volkes, dann mit den Zlonimas, die gerade zu den Erwachsenen geworden waren. Sie berieten sich fünfzig Tage und fünfzig Nächte, doch niemand wusste, was zu tun ist. In der letzten Nacht, wo alle Ratsmitglieder die Hoffnung schon aufgegeben hatten, trat ein jüngerer Zlonim zu ihnen. Enasus. Nefrud wurde wild vor Zorn, denn es war den jüngeren Zlonimas, die noch nicht im Erwachsenenalter waren, strengstens verboten bei einer Ratssitzung, wie diese, dabei zu sein. Enasus hatte eine Idee, wie das Problem gelöst werden könnte, doch Nefrud wollte sie sich nicht anhören. Die anderen Mitglieder des Rates versuchten ihn zu überreden. Schließlich schlug er vor, dass er einen Tag darüber schlafen wolle und sagte ihnen, dass sie zur selben Zeit wie diese wieder hier zur Ratssitzung herkommen sollten. Alle gingen zu ihren Unterkünften und legten sich schlafen, nur Enasus nicht. Er war viel zu aufgeregt, um irgendwie zu schlafen und saß schließlich bis zur nächsten Nacht wach. Langsam füllte sich der Platz, wo die Ratsitzung stattfinden sollte. Und zum Schluss kam Nefrud zu ihnen. Lange sah er die Mitglieder des Rates an und sagte dann laut, dass alle es mithören konnten, dass er darüber nachgedacht hatte und sich die Idee von Enasus anzuhören. Enasus trat in die Mitte des Platzes und blickte aus großen schwarzen Augen den weisen Nefrud an. Dieser befahl ihm zu reden, und Enasus erzählte, dass sie den tapfersten, stärksten und klügsten Zlonim zu den fürchterlichen Berg schicken sollten. Da es aber viele gab, die diese Aufgabe gerne machen würden, sollten sie eine Art Wettstreit veranstalten. Durch die Menge ging ein Flüstern und Raunen, denn niemand hatte es je gewagt, den Vorschlag zu machen, einen Wettstreit zu veranstalten. Zlonimas sind friedlebende Lebewesen und könnten keinem anderen Wesen Gewalt antun. Doch Enasus ließ sich nicht beirren. Er meinte natürlich nicht solch einen Wettstreit, sondern einen Wettstreit, wo die Ältesten Zlonimas Rätsel, Fangfragen, Denkaufgaben und Mutproben aufgeben würden. Nur der klügste, stärkste und tapferste Zlonim würde dann zu dem Berg geschickt werden. Enasus hatte zuende erzählt und wartete gespannt, was Nefrud sagen würde. Einige der Mitglieder klatschten Beifall, andere wiederum flüsterten und tuschelten miteinander. Dann rief Nefrud, dass sie still sein sollten und sah Enasus wieder lange an. Es war kein Laut mehr zu hören, da sprach Nefrud, dass der Wettstreit in zehn Tagen stattfinden sollte. Und erst dann, den klügsten, tapfersten und stärksten Zlonim zum Berg des Grauens schicken würden. Die Ältesten zogen sich zurück und dachten sich Aufgaben aus, die sie den Anwärtern stellen würden. Es dauerte zehn volle Tage bis sie alle Aufgaben hatten. Am zehnten Tag dann, alles war schon vorbereitet, stiegen die Ältesten auf ein errichtetes Podest und hießen die Anwärter willkommen. Auch Enasus war unter den Anwärtern. Der Wettstreit hatte begonnen. Es dauerte weitere dreißig Tage und dreißig Nächte bis nur noch Enasus und sein Bruder Sunas übrig blieben. Die Ältesten gaben den Brüdern schwierige Aufgaben, doch beide lösten sie immer wieder gleich. Irgendwann aber, hatte keiner mehr von den Ältesten eine Aufgabe, und die Brüder standen immer noch unentschieden. Sie setzten sich noch mal zusammen und überlegten sich weitere drei Aufgaben. Diese Aufgaben waren so schwer, dass ein Bruder aufgeben muss. Egal welcher von ihnen. Und so dauerte es noch einmal drei Tage, bis endlich das Endergebnis feststand. Enasus hatte seinen Bruder Sunas besiegt. Enasus wurde fünf Tage gefeiert, bevor er aber loszog, wurde er noch mal von Nefrud zurückgehalten. Nefrud berichtete ihm nochmals, wie sie aussahen und wie hässlich sie waren. Dann erst begab er sich auf den Weg zum Berg des Grauens. Er hatte keine Waffe bei sich, sondern zog mit seiner Tapferkeit, Klugheit und Stärke von dannen.
Auf dem weg zum Berg des Grauens überstand er viele Abenteuer durch Stärke, Tapferkeit und Klugheit. Niemals kämpfte er mit Waffen oder tötete Wesen mit seinen bloßen Händen. Dies wäre für einen Zlonim eine große Sünde, die er sich niemals verzeihen könnte. So erreichte er eines Tages den Berg des Grauens. Er bestand aus schwarzem Stein und aus vielen Löchern, die in den Wänden waren quoll dicker gelber und schwarzer Dampf raus, der furchtbar auf dem ganzen Körper schmerzte. Enasus aber, ging auf dem Berg zu ohne sich zu fürchten oder sich vor schmerzen zu krümmen. Er spürte, dass der Boden unter seinen Füßen bebte, sodass Risse im Erdboden entstanden. Einmal wäre er sogar beinahe in solch einen Abgrund gestürzt, doch er konnte sich noch im letzten moment retten. Auch das konnte ihn nicht schrecken. Er suchte einen Eingang, um in den Berg zu gelangen, doch fand er keinen. So begab er sich daran, den Berg zu erklimmen. Als er die mehr als die Hälfte hinter sich hatte, bebte der Berg wieder, diesmal aber stärker als all die anderen male. Dicht neben ihm riss der Berg auf und ein gewaltiger Spalt klaffte in der Bergflanke. Und nun hörte Enasus den fürchterlichen Gesang. Es war kein Gesang mehr, sondern ein unaufhörliches Kreischen von mehreren Wesen, die jetzt, wie vom Blitz getroffen, aus dem Spalt schossen und anfingen um den Berg zu kreisen. Es wurden immer mehr und mehr, und die Wesen bewarfen Enasus nun mit spitzen Gegenständen, sodass er aus zahlreichen Wunden blutete. Er versuchte sich mit seiner Klugheit und seiner Tapferkeit zu retten, doch es gelang ihm nicht. Er sah sich die Wesen genauer an und stellte mit Grauen fest, dass sie viel hässlicher waren, hässlich war gar kein Ausdruck dafür, was sie verkörperten, als die Überlebenden gesagt hatten. Sie schrieen, kreischten, sabberten und bewarfen ihn immer mehr mit diesen spitzen Gegenständen. Enasus, der mittlerweile aus weiteren Wunden blutete, war so schwach geworden, das er sich nur noch mit Mühe festklammern konnte. Dann, mit einer wucht, die die Knochen in seinem Leib zum Bersten brachte, ließ sich solch ein Wesen gegen ihn fallen, sodass er in die Bodenlose Tiefe fiel. Schmerzerfüllt schloss er seine Augen und wartete selig auf seinen Tod. Doch bevor ihn der Tod holen konnte, schnappten sich zwei von den scheußlichen Wesen den zerschundenen Körper, bevor er auf dem Boden aufprallen konnte. Zusammen mit Enasus, flogen sie wieder in den Berg hinein. Sie quälten den zerschundenen Körper immer mehr, sodass Enasus Bewusstlos wurde.
Als er wieder zu sich kam, konnte er nichts erkennen. Alles um ihn herum war schwarz. Tief in seinem Inneren fragte er sich, ob er tot sei und ob so die Hölle wäre. Undeutlich vernahm er eine grauenvoll verzerrte dunkle stimme, die sagte, Das dies, was er hier erleben würde, viel schlimmer ist als die Hölle. Dann wurde es hell, das Licht schmerzte in seinen Augen. Das Licht war aber nicht stark, sondern ging von großen Fackeln aus die nur schwach leuchteten. Enasus lag reglos auf dem Boden, wo Unrat und anderes Zeugs rumlag, worüber sich Enasus nicht den Kopf zerbrechen wollte. Voller Ekelgefühl versuchte er seinen Kopf wegzudrehen. Dann hörte er hämisches und höhnisches Lachen, dann begaben sich die Wesen in eine Art Trance zu versetzen. Alle zusammen kreischten sie laut, dann leise, dann wieder laut und wieder leise. Enasus schloss voller Gram seine gequälten Augen und atmete tief durch. Ein furchtbarer Schmerz durchzuckte seinen ganzen Körper und er öffnete sie wieder. Er starrte in das abscheulichste Gesicht, was er jemals gesehen hatte. Enasus wurde übel und er übergab sich zu den Füßen des Monstrums. Wieder ertönte hämisches und höhnisches Gelächter. Und auch das Monster, das ihn nur mit einer Klaue, die mit langen fingerartigen Gliedern, deren Ende in Messerscharfe Krallen endeten, festhielt, lachte. Das Monster drückte seine Hand fester zu und Blut floss unter den Krallen hervor. Enasus hörte, wie das Monster zu den seinen sprach und sich dann an Enasus wandte. Es sagte ihm, dass es ein großer Fehler war, hierher zu kommen, und dass sie ihn töten würden, sobald sie alle ihren spaß gehabt hatten. Er ging in die Hocke, mit Enasus in der Hand, und nahm sich eine Handvoll Unrat, und rieb es noch mal durch dem erbrochenem von Enasus und stellte sich wieder grade hin, während er immer fester zu drückte und immer mehr Blut aus dem Mund, den Ohren und den Augen floss. Durch das krachen des Unterkiefers, konnte er seine ganze Faust mit dem Unrat in den Mund von Enasus stecken, der schmerzerfüllt aufstöhnte. Aber er konnte nichts mehr schmecken noch riechen. Seine Geschmacksnerven sowie die Geruchsnerven waren zerstört. Dann packte ihn das Monster so stark am Hals, dass er keine Luft mehr bekam und fragte ihn, wie es wäre, wenn er sich selbst sehen könnte, so wie er jetzt an der Hand des Monsters baumelte. Das Monster wartete erst gar nicht ab sondern zog seine Hand, samt Zlonim zu sich ran und schaute ihn mit seinen Schleimiggrünen Augen an. Enasus verdrehte vor Übelkeit die Augen und würgte, als ihn der beißende Atem des Monsters striff. Dann packte das Monster mit der anderen Hand in das Weiße blutverschmierte Haar und riss den Kopf zurück. Aus den Blutunterlaufenen Augen des Zlonim rannen Bluttränen des Schmerzes und der Hilflosigkeit.
Mit einem Mal, konnte Enasus sich selber sehen, entstellt und verstümmelt. Seine Arme und Beine standen in jede nur mögliche Richtung verdreht. Seine Nase war zertrümmert, und man konnte den Nasenrücken sehen. Sein Unterkiefer hing nur noch auf der linken Seite in der Halterung, aus seinem Mund troff der Unrat und das erbrochene. Er versuchte die Augen zu schließen, doch nur Gelächter rief ihn in die Realität zurück. Er öffnete seine Augen und sah wieder in das Gesicht des Monsters, das vor sich hin grinste. Plötzlich wurde Enasus schwarz vor Augen. Das Monster warf ihn mit solcher Wucht gegen die Berg wand, dass er wieder sein Bewusstsein verlor. Jedes dieser Monster, folterte und quälte ihn bis zu seinen Grenzen. Jeder hatte seinen Spaß mit ihm. Er starb eines qualvollen Todes. Bevor Enasus aber starb, nahm sich der Anführer seine Gedanken vor. Und so fand er heraus, wo er hergekommen war. Gemeinsam mit dem gequälten Leichnam von Enasus, flogen sie in den Teil von Nesmerba, wo die Zlonimas lebten.
Nefrud und die anderen warteten seit dem Fortgang von Enasus, jeden Tag auf den wiederkehrenden. Doch bis jetzt, kam er nicht nach Hause. Irgendwann aber, kam einer der mittel ältesten und berichtete, dass man Fremde am Horizont gesichtet hatte. Gemeinsam gingen sie zu der Forte ihrer Stadt und warteten gespannt auf die Neuankömmlinge.
Erst später bemerkten sie, dass etwas nicht stimmte. Sie hörten das Lied, von dem die Überlebenden erzählt hatten, dass so furcht erregend anzuhören war. Schnell befahl Nefrud den anderen sich zu verstecken, denn es handelte sich nicht um den wiederkehrenden Enasus. Doch es war zu spät. Die Monster waren mittlerweile über der Stadt und schmissen den Leichnam von Enasus in die Mitte der Stadt, genau auf dem Platz, wo er fünf Tage lang gefeiert worden war. Alle versuchten zu entkommen, doch alles nützte nichts. Die Monster wollten nur die jüngsten haben und holten sich die auch. Die Eltern und die Ältesten flehten sie an, das nicht zu tun. Sie wurden alle getötet. Mit großem Entsetzen trat nun Sunas, der Bruder von Enasus zu dem geschundenen Leichnam. Und hielt ihn in seinen Armen fest. Auch er wurde mitgenommen. Als sich jedes Monster ein Kind der Zlonimas gefangen hatten, flogen sie wieder zu dem Berg des Grauens.
Die übrig gebliebenen, konnten nichts für ihre Kinder tun. Viele waren getötet worden. Die Trauer war so groß, dass Nefrud entschied, dass jeder seinen eigenen Weg gehen solle. Und nur er allein blieb in seiner Stadt allein zurück. Die anderen alle gingen zuerst in ganzen Gruppen los, doch nach und nach blieb einer nach dem anderen zurück. Sie ertrugen die Qualen der Trauer nicht und stellten sich an Wege und Straßenränder und weinten bis sie zu einem Baum wurden. Seit diesem Vorfall, hatten sie nie mehr diese vor lauter Frohsinn glänzenden Augen. Niemals mehr, gab es Kinder unter den Zlonimas. Und nur unter diesen Bäumen, wachsen diese Schattenblumen, man kann sie auch Trauerpflanze nennen. Seitdem aber, ist nie wieder so was passiert. Einige erzählen, dass es diese Geschichte nicht gibt, sondern nur frei erfunden ist. Und andere erzählen, dass die Monster, auch Schwarzdrachenmenschen genannt, sich nur an den jungen Zlonimas erfreuten. <<

Ende
von R. H.
2.11.07 14:40


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Einsam steh ich auf Klippen
tief unter mir höre ich Wellen brechen
Der Wind zerzaust mir wild das Haar
gedanken rotieren
Langsam breite ich meine Arme aus
lass mich fallen
das Rauschen kommt immer näher
Dunkel umarmt mich Kälte
Frei von Gedanken
sink ich hinab
in die Tiefe
1.11.07 22:28


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